Wann ist ein Hauswasserfilter Pflicht?

Wann ist ein Hauswasserfilter Pflicht?

27. Oktober 2021 0 Von Redaktion

Sicher hatte jeder schon einmal das Erlebnis, dass braunes Wasser aus dem Wasserhahn kam. Sofort denken wir, dass es im Wasserwerk eine Verunreinigung gab. Doch das passiert kaum. Oft verschlechtert sich die Qualität des Wassers auf dem Weg von dem Wasserweg zu den Verbrauchern. 

Um trübes Wasser oder andere Schadstoffe im Trinkwasser vorzubeugen, leisten Hauswasserfilter und Wasserfilter für den Hausanschluss einen wichtigen Beitrag.

Obwohl es seit dem Jahr 2012 eine Hauswasserfilter-Pflicht gibt, wissen eine Mehrzahl an Hausbesitzer nur wenig darüber. Zurzeit besteht die Pflicht, in Neubauten mit metallischen Rohrsystemen einen Wasserfilter einzubauen. 

Doch wie sehen die Vorschriften aus? Was sind die Vorteile der Filtersysteme? Und welche Arten gibt es überhaupt? Im Folgenden finden Sie die Antworten und weitere Information.

Warum gibt es Wasserfilter am Haus?

Sauberes Wasser ist für uns selbstverständlich. Daher denkt nicht jeder nach, wie das Wasser auf dem Weg zum Wasserhahn seine Qualität beibehält. Generell vertrauen wir auf die Laboranten, die regelmäßig die Qualität des Wassers in den Wasserwerken prüfen. Dadurch können wir sicher sein, dass der vorgeschriebene Grenzwert der Wasserkonzentration eingehalten wird. 

Doch muss das Wasser vom Wasserwerk noch einen langen Weg bis zum Haus fließen. Auf der Strecke gibt es verschiedene Möglichkeiten, warum sich die Qualität des Wassers verschlechtert. 

Hier sind wichtige Beispiele:

  • Es gab Verunreinigungen durch Montagearbeiten an den Rohren.
  • Kalk bilden sich im Laufe der Zeit an den Rohrwänden.
  • Durch den Kalk an den Rohren wird das Wasser härter. So leidet die Waschmaschine. Auch der Kaffee und der Tee schmeckt kalkig.
  • Bei alten Rohren stellt Korrosion ein großes Problem dar.
  • Wasser nimmt auf dem Weg zum Wasserhahn Rostteilchen oder abgelöste Partikel von den Rohren auf.

Kommen unerwünschte Partikel in die Wasserleitung des Hauses, können Rohre, Wasserhähne und die Waschmaschine leiden. Damit keine Schäden auftreten, gab es nicht nur eine Anpassung der Trinkwasserinstallation, sondern auch die Hauswasserfilter-Pflicht wurde eingeführt.

Wichtige Hinweise über die gesetzlichen Richtlinien

Die Vorschriften für die Trinkwasserinstallation stehen in der DIN-Norm 1988, die durch die europäische Norm DIN EN 806 ergänzt wird. Die Vorschriften schreiben vor, dass ein Anschluss eines Wasserfilters im Haus verpflichtend ist, wenn das Leitungssystem bei einem Neubau aus metallischen Rohren besteht. Weiterhin regelt die Norm auch den exakten Standort des Filters, die Installation, den Betrieb und die Wartung.

Bei der Installation müssen die Fachleute den Wasserfilter direkt hinter dem Wasserzähler montieren. Dabei dürfen sie nicht jede Form von Filteranlagen einbauen. Es sind nur zwei Bauformen zugelassen: rückspülbare und nicht rückspülbare Filter.

Obwohl die Regeln zum Einbau des Wasserfilters sehr unflexibel sind, haben sie enorme Vorteile:

  • Die Qualität des Wassers wird nicht beeinträchtigt.
  • Es treten keine Sachschäden an Armaturen oder Geräten auf.
  • Die Gesundheit leidet nicht.

Werden Kunststoffrohre für das Leitungssystem benutzt, gelten diese Vorschriften nicht. Doch empfehlen die Monteure hier, einen Hauswasserfilter zu installieren.

Welche Arten von Hauswasserfilter gibt es?

Hausbesitzer können sich zwischen rückspülbare und nicht rückspülbare Wasserfiltern entscheiden. Für ihnen liegt der Unterschied in der Wartung der Anlage, die in unterschiedlichen Zeitabständen erfolgt. Hierbei wird sichergestellt, dass sich gesundheitsschädliche Keime und Bakterien nicht an Filterelementen festsetzen und sich vermehren.

Um die volle Funktionsfähigkeit zu erhalten, muss bei nicht rückspülbaren Filtern alle sechs Monate die Filterkerze wechselt werden, weil sich der Feinfilter nicht selbstständig reinigen kann. Beim Kauf des Feinfilters achten Sie bitte darauf, dass der Filter ohne Werkzeuge ausgetauscht werden kann.

Rückspülbare Filter können dagegen auf Knopfdruck gereinigt werden. Hierbei muss nur das Kugelventil an der Anlage geöffnet werden. Doch muss die Prozedur alle 2 Monate erfolgen. Um die Reinigung noch komfortabler zu gestalten, kommen automatische Rückspülungen zum Einsatz. Diese werden regelmäßig über ein angeschlossenes Gerät automatisch zurückgespült.

Warum ist es sinnvoll, alte Gebäude mit meinem Wasserfilter nachzurüsten?

Es gibt keine Pflicht, einen Wasserfilter für ältere Gebäude einzubauen. Dennoch raten Fachleute dazu, einen zu installieren. Obwohl der Einbau mit Kosten verbunden ist, überwiegen die Vorteile. Diese sind unter anderem:

  • In einigen älteren Gebäuden besteht das Rohrsystem aus dem Schwermetall Blei.
  • Öfters führen unerwünschte Stoffe im Wasser Lochfraßschäden herbei.
  • Die Bewohner des Hauses freuen sich, klares und sauberes Wasser zu trinken.

Wer darf einen Wasserfilter am Haus einbauen?

Auch wenn es für Hobbyhandwerker leicht fällt, einen Wasserfilter zu montieren, dürfen nur zertifizierte Fachleute diese einbauen. Dabei müssen Installateure sich an Vorschriften halten. So kommt der Filter direkt hinter dem Wasserzähler und der Wasserfilter muss ein aktuelles Prüfsiegel haben. Zudem müssen die Fachleute die Hausbesitzer darin einweisen, wie der Filter richtig gewartet und gereinigt wird.

Wie unterschieden sich zusätzliche Trinkwasserfiltersysteme von Hauswasserfilter?

Der Wasserfilter am Haus entfernt nicht alle Stoffe. Daher gibt es Filter, die an dem Wasserhahn angeschlossen werden. Diese grenzen sich von Wasserfilter am Hausanschluss klar ab. Meisten benutzen die Verbraucher Aktivkohlefilter. Je nach Filtermodell werden Chlor, Chlorverbindungen, Bakterien und andere Keime entfernt.

Wir von Heimwerken & Bauen wünschen viel Spaß mit Wasserfiltern